หันหน้าไปยังดวงอาทิตย์และเงาจะตกหลังคุณ-

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich

Montag, 30. September 2013

Tanzende Schrimps & Ich

Hier habe ich ein Paar Fragen, die auf Ask.fm eingegangen sind zusammengestellt und beantwortet. Viel Spaß!

1.Wie sieht dein Alltag so aus?

- Mein Alltag sieht ungefähr so aus: Ich stehe gegen 6:15 Uhr auf und dusche mich, bügel meine Schuluniform und mache mich fertig. Gegen 7:15 Uhr gehe ich dann runter um zu frühstücken oder einfach zu warten. Da meine Gastmutter das Frühstück vorbereitet und selbst noch duschen muss, verlassen wir das Haus meist erst gegen 7.50 und kommen fast zu spät zur Morgenzeremonie (Morgenansprache, gemeinsames beten, Nationalhymne). Danach habe ich die ersten 4 Stunden Unterricht, die jeweils 50 Minuten andauern und gegen 12.20 Uhr gehen wir zum Mittagessen in die Cafeteria. 13.15 Uhr beginnt die nächste Stunde und so sitze ich dann noch die nächsten 4 Stunden im unterricht bis 16.05 Uhr. Danach gönnen wir uns meist ein paar Snacks oder warten einfach nur, da meine Gastmutter uns erst gegen 17.30 Uhr abholt. Danach sind wir meist zu Hause und entweder kochen wir etwas oder gehen nochmal raus um etwas zu holen. Den Rest des Abends verbringen wir dann zusammen; meine Gastschwestern machen Hausaufgaben/lernen und ich, tja ich mache halt irgendwas. ;)
2. Machst du während deiner Zeit dort eigentlich Hausaufgaben? Wieso gehst du in Thailand in die zwölfte anstatt in die elfte, da macht doch keinen Sinn?
- Nein, ich mache so gut wie keine Hausaufgaben, da ich die meisten nicht machen kann oder es keiner von mir erwartet. Mich fragt keiner danach und ich sehe auch keine große Notwendigkeit darin sie zu erledigen. Ich bin nicht hierher gekommen um zu lernen und gut in der Schule zu sein. Sicherlich, wenn ich später mehr und mehr Thai verstehe (da sich meines eher auf den alltäglichen Gebrauch beschränkt), kann ich auch mehr im Unterricht verstehen, aber wie gesagt, es liegt nicht unbedingt in meinem Interesse, da ich mit den Noten oder Abschluss des Schuljahres in Deutschland nichts anfangen kann. Und wegen den Klassenstufen: mein Stundenplan für das erste Semester war so ausgelegt, dass ich mich erstmal an meinen Schwestern orientieren kann, heißt meine jüngere geht in die 10. Klasse und meine ältere in die 12. Da ich aber mit den 10. nicht so gut auskam, folge ich nun lieber der 12, auch wenn ich kaum etwas verstehe.
3. Wann sind in Thailand Sommerferien?
-In Thailand sind die Sommerferien im April, die heißeste Saison. Diesen Freitag fangen die halbjahres Ferien an, welche den ganzen Oktober andauern.

4. Hattest du keine Angst, dass du in Thailand zu den "strengsten Eltern der Welt" kommst?
- Ist das nicht so eine dummer Sendung von RTL? Nein, hatte ich nicht. Bevor ich die Familieninformation von YFU bekam, habe ich mich sehr gefreut, das ich dachte, dass sie sehr nett ist! Meine einzige und größte Sorge, was das betrifft, war, dass sie überhaupt kein Englisch sprechen können und/oder ich in ein Haus mitten im Nirgendwo hinkomme, ohne Elektrizität.
5. Was machen deine Gasteltern beruflich?
- Meine Gastmutter ist Grundschullehrerin für Mathematik und mein Gastvater arbeitet als Assistant Vice President bei CP in Malaysia.
6. Fliegst du über Weihnachten oder an deinem Geburtstag nach Hause?
- Ich finde die Frage eigentlich ziemlich amüsant. Was denkt ihr denn, was ein Auslandsjahr ist? Ein hin-und herreisen zwischen Heimat und der neuen Heimat, wann es mir gefällt? Ich bin hergekommen um 10 Monate mein Bestes zu geben, das Leben hier zu adoptiere. Dazu gehören eben auch Feiertage oder auch Feiertage, die nicht zelebriert werden. Und es ist für mich auch eine Erfahrung. Ich bin zum Beispiel schon gespannt, wie mein Geburtstag sein wird, so im Kreise einer anderen Familie und anderen Freunden.
Wie Weihnachten für mich aussehen wird, kann ich nicht sagen. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Vielleicht werde ich gar keine Gelegenheit haben, es zu vermissen, da hier trotz allem Sommer bleibt, kein Schnee fällt und keine Weihnachtliche Stimmung unter den Leuten ausbricht. Würdet ihr da an Weihnachten denken?
7. Hast du schon einen thailändischen Lieblingsschauspieler?
- Thailand ist unter anderem auch bekannt für die hier laufenden Seifenopern und in den 3 Monaten habe ich schon reichlich davon gesehen. Ich verstehe zwar nur einige Worte, aber die Geschichten/Dramen sind so offensichtlich, dass ich es gar
nicht sprachlich verstehen muss.
Und keine Frage, alle thailändischen Superstars sehen klasse aus (aber auch ohne Tonnen Makeup?), aber das war es dann auch schon. Ich kann beim Besten Willen keinen Liebling heraussuchen, da ich finde, dass sie absolut kein Können oder Talent zeigen. Das Schauspiel ist füchterlich überzogen und kaum realistisch. Viele Tränen, doch im Endeffekt geht es ja doch nur darum, gut auszusehen.
8. Fragen sie die dort viel über Deutschland oder Europa?
-Nicht wirklich. Sie fragen mich viel mehr über mein Befinden und meinen Aufenthalt hier: Ob ich scharf essen könne, wie es mir gefiele usw... Aber bei meiner Familie stelle ich schon meist selbst die Unterschiede fest.
9. Was ist am "andersten" zu Deutschland?
- Eines kann ich sagen: Es ist alles anders. Aber was für mich den wirklich großen Unterschied macht, ist die Lebensweise und die Mentalität der Menschen hier.
10. Was vermisst du an deiner Heimat?
- Ich vermisse es unabhängig von anderen von A nach B zu kommen. hier ich bin ich immer davon abhängig gebracht oder abgeholt zu werden. Es ist für mich allein nicht sicher genug, zudem kenne ich mich auch nicht genug aus. Außerdem vermisse ich es am Wochenende einfach im Park mit anderen Leuten den Tag zu verbringen. Eigentlich vermisse ich einfach meine Stadt und generell Europa.
Hier sind die Leute konservativ und beurteilen Menschen ganz klar nach ihrem Aussehen. Leute mit Tattoos sind böse und kriminell, Frauen mit kurzen Sachen nuttig (oder nicht gut erzogen) und Mädchen mit kurzen Haaren Lesben oder Tomboys. Ich fühle mich manchmal nicht wie ich selbst, da ich immer auf mein Auftreten dieser Art achten muss.
11. Wen vermisst du am meisten?
- Meine Mama, aber natürlich auch meine Freunde. Seltsamerweise auch Leute, mit denen ich sonst kaum zu tun habe.
12. Vermisst du Weimar und dein Leben hier noch? Wenn ja, in welchen Situationen?
- Meist am Wochenende, aber nun ich fange ich an, weniger an Deutschland zu denken. Es kommt mir manchmal schon etwas unreal vor. Ich meine, nun ist es für mich alltäglich hier meine Zeit zu verbringen. Für mich wird es schwer sich vorzustellen, was ich Weimar vor sich geht, wie das Wetter ist, was die Leute so machen, da ich darüber nur bedingte Informationen bekomme.
13. Gibt es etwas, was du jeden Tag isst?
- Klischeehafter Weise: Reis (oder Nudeln). Natürlich in den verschiedensten, köstlichsten und abwechslungsreichsten Variationen.
14. Hast du schon Insekten gegessen? Würdest du dich davor ekeln sie zu essen, oder würdest du es mal ausprobieren?
- Nein, habe ich noch nicht. Ich hoffe es bleibt bei "noch". Und das Thais das selbstverständlich essen ist mehr Klischee als Tatsache, jedenfalls was die junge Generation angeht. Wir haben zwar ein großes Insekt im Kühlschrank, aber dieses wird nicht am Stück gegessen, sondern speziell zum eigentlich Gericht hinzu gegeben, soweit ich weiß. Auf dem Markt kann man allerhand exotisches kaufen, zum Beispiel Maden oder Frösche, diese sind jedoch sehr teuer und nicht häufig vertreten. Selbst meine Gastschwester hat diese noch nicht gegessen. Was mich betrifft; es gehört nicht unbedingt auf die Liste der Dinge, die ich unbedingt machen möchte. ;)
15. Was ist das absonderlichste Essen, das du in Thailand gegessen hast?
- Letztes Wochenende durfte ich ein Gericht probieren, welches aus dem Grund absonderlich war, da es mit lebenden Mini-Schrimps serviert wurde. Das ganze nennt sich dann "Tanzende Schrimps" und soll angeblich jung halten, doch vor dem Verzehr wird das ganze kräftig geschüttelt, sodass die Schrimps getötet werden.
16. Sind die Thais, auch wenn sie sich in der Öffentlichkeit nicht umarmen, ansonsten eher temperamentvoller als die Menschen in Deutschland? Warum umarmt man sich dort nicht? Wie begrüßt man sich?
- Ein Mensch hat Charakter, wenn er seine Emotionen für sich behalten kann und nicht jedem sein Temperament zeigt. Thais sind nicht extrovertiert und es gilt es auch als Unhöflich lautstark zu sein und zu meckern. Man würde eher lächeln und versuchen seinen Ärger zu schlucken, als sich darüber zu beschweren und einen Konflikt anzufangen. Besonders mit älteren oder Respektpersonen. Deswegen: Nein. Thais sind nicht temperamentvoller als die Menschen in Deutschland und Europa. Sie leben eher nach dem Motto "Sabai, Sabai", "Entpann dich". Geduld ist hier dabei das A und O.
Man umarmt sich nicht, da es befremdlich für die Thais ist, jedenfalls zwischen Personen, die sich nicht schon sehr gut kennen. Hier begrüßt man sich mit dem Wai (um die einzelnen Stufen zu beschreiben, wäre es zu lang), eine Verbeugung mit zusammengefalteten Händen.
17. Ist Thailand so, wie du es dir vorgestellt hast?
- Nein.Vor allem meine vorherigen Assoziationen damit. Die meisten Leuten aus dem Westen assozieren mit Thailand Sextourismus, Drogen, Armut im Isaan, schöne Strände, kurz ein Paradies für Urlauber. Aber nicht alles was zu Thailand gehört, ist für die Touristen gemacht, eigentlich nur weniges. Hier, wo ich bin, ist alles "Kulturreiner". Damit meine ich nicht sehr verwestlicht und etwas konservativ. Was ich mir für die Zukunft wünsche, ist dass die Medien und auch durch anderes mehr wahre Kultur preisgegeben wird und nicht nur der Tourismus. Und das nicht nur für Thailand, auch alle anderen Länder.
18. Denkst du, dass du dich bis jetzt während deiner Reise verändert hast? Wenn ja, inwiefern?
- Ja, ich denke, dass ich mich jetzt schon verändert habe. Ich muss mich hier oft beherrschen bzw. einfach versuchen nicht zu meckern und trotzdem zu lächeln. Ich muss hier viel Geduld aufzeigen aber auch viel Respekt. Etwas was mir vorher gefehlt hat.
Durch meine Aktivitäten hier, habe ich auch keine große Aufregung mehr vor größeren Gruppen zu sprechen, nachzufragen und generell Englisch zu sprechen.
Allgemein reife ich einfach, genau so wie ihr es auch tut, nur werde ich dabei von deren Faktoren beeinflusst.
19. Könntest du dir vorstellen später einmal wieder nach Thailand zurückzukommen und dort zu leben?
- Auf jeden Fall werde ich wiederkehren, denn Thailand ist jetzt schon eine Heimat mit zu Hause und Familie geworden. Ob ich wirklich hier leben würde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich liebe das Land mit seiner atemberaubenden Landschaft, die Menschen, die Tradition und auch die Sprache und doch denke ich nicht, dass ich wirklich je zu 100 % Dazugehören könnte, schon allein wegen meines westlichen Aussehens und der Religion hier. Trotz allem wird Thailand immer ein Teil von mir sein.

Donnerstag, 26. September 2013

Gemütsupdate vom 26. September

Nun bin ich heute genau 3 Monate hier in Thailand und  seit dem letzten Update empfinde ich schon wieder ganz anders und positiver über die Dinge hier und wie sie gerade laufen.
Seit einer Woche fühle ich mich gut. Einfach gut. Das liegt für mich größtenteils daran, dass ich mich nun wirklich als Teil der Familie betrachten kann und dass ich so langsam ein richtig gutes Verhältnis zu meinen beiden Gastschwestern bekomme. Ich genieße die Zeit mit ihnen zusammen, denn ich hatte vorher nie Geschwister und es ist schön nun dies nachholen zu können. Ich merke jetzt schon, wie etwas fehlt, wenn ich sie nicht sehe.  Auch das Verhältnis mit meiner Gastmutter wird zunehmend liebevoller und inniger. Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten mich umzustellen und den richtigen Umgang mit ihr als neuen Elternteil zu finden, da sie natürlich einen ganz anderen Charakter als meine Mutter in Deutschland hat.
Auch komme ich nun schon meines Erachtens sehr gut mit der Sprache klar. Ich verstehe relativ viel, kann aber nur mit begrenztem Vokabular antworten oder Aussagen machen, doch ich denke dieses wird sich in nächster Zeit schneller und einfacher erweitern aufgrund meines errungenen  Verständnisses. Lesen kann ich schon etwas, wenn auch brüchig und langsam und mit etwas Unterstützung auch schreiben.  Ich finde trotz all dem, dass ich mich gut in der Sprache mache und langsam den Durchblick bekomme. Auf jeden Fall besser als ich es je erwartet hätte. Auch bekomme ich endlich die Anerkennung, die mich noch mehr motiviert es immer wieder und weiter zu versuchen.
Es gibt jedoch 2 Dinge, die mich hier etwas belasten/plagen. Das 1. Ist, dass ich ständig von meiner Heimat und den Leuten dort träume. Die Träume haben meist einen sehr ähnlichen Inhalt:
Ich komme zurück nach Weimar und bin sehr aufgeregt alle wieder zu treffen. Anfangs denke ich, ich kehre nach 10 Monaten wieder, jedoch ist meine Zeit begrenzt auf eine Stunde oder einen Tag, weil ich dann wieder zurück nach Thailand muss und ich realisiere, dass es nicht schon 10 sondern erst (eigentlich schon!) 3 Monate sind. Ich stehe unter Zeitdruck, kann die Leute, die ich gerne sehen würde, nicht erreichen und ich fühle mich irgendwie verloren. Auch beachten mich die Leute, die ich antreffe nicht. Wenn ich dann schließlich aufwache fühle ich mich sehr verwirrt, da es sich komisch anfühlt im Traum so nah an der Heimat zu sein und doch zu wissen, dass man eigentlich für den Moment nach Thailand gehört.
Die 2. Sache ist, dass ich mich, seit ich hier bin, unwohl in meinem Körper fühle. Neben den relativ zierlichen Thais fühle ich mich dagegen so groß, irgendwie zu viel. Manche hier haben Beine (wohl eher Beinchen), so schmal wie meine Arme. Thais sind zudem sehr direkt und haben kein Problem jemanden auf einen Makel hinzuweisen. Auch scherzt man hier gerne mal rum und sagt um jemanden zu necken „Du bist dick“. Anfangs war es für mich noch ganz witzig, doch irgendwann fing mein vom europäischen geprägter Kopf an zu zweifeln. Ich trage hier nun mal nicht S, sondern M oder L, da die Einheiten anders als in Europa sind und Thais schätzen die Farrangs versehentlich als Giganten ein. So kaufte meine Familie meine Uniformen etwa 2 Größen zu groß und meine Sportuniform in XL, welches einfach nur riesig ist.
Ansonsten fühle ich mich wiegesagt einfach gut und ich bereue es nicht hier zu sein.
P.s: Nächste Woche ist wieder die Woche in der die „Final Exams“ geschrieben werden, heißt für mich produktives Nichtstun. Danach fangen die Ferien an, welche den ganzen Oktober andauern. Ich werde vom 11.-15 mein Midterm-Camp mit all den anderen YFU-lern haben und vom 17.-21. werde ich in Malaysia sein um meinen Gastvater zu besuchen, aber mehr dazu im Laufe der nächsten Zeit.

Bis dahin,
Eure Valeria/ Ma-Miew


Donnerstag, 19. September 2013

Coverdancer, Ladyboys & ich

Heute fand in meiner Schule ein sogenannter "Tag der Aktivitäten" statt, welcher sich eigentlich nicht von unserem Schulfest unterscheidet. Eigentlich.
Der Höhepunkt des Tages fuer mich war: Die Coverdance-und Cosplayshow gemacht von und fuer Schüler mit einer Jury aus (ich schätze mal) professionelleren Taenzern.
Das Coverdancing darf man sich so vorstellen: Verschiedene Gruppen aus meist 3-6 Schülern covern Tänze koreanischer Girl-und Boygroups (z.B. EXO, Girls Generation etc.)

Ich muss sagen, dass die Choreos echt nicht einfach sind, deswegen war ich ziemlich beeindruckt. Vor allem auch von den Ladyboys, die (Oho, aber wie!) ihren Körper bewegen können.

Zu diesem Anlass möchte ich euch mal ein bisschen was zu der Sexualität in Thailand, bzw. in meiner Schule erzählen. Wie ihr sicherlich schon von Thailand gehört habt, gibt es hier die sogenannten LBs- also Ladyboys auch genannt Shemale oder im thailändischen: Kathoey. Das sind homosexuelle Jungs, die sich gerne wie Mädchen kleiden, beziehungsweise sein möchten, also Transexuelle. Gerade heute wurde ich von einer Gruppe Ladyboys während der Band-Aufführung gefragt, ob ich mit ihren "tanzen" möchte (Booty Shake, aber nein danke). Bei dieser Gelegenheit habe ich mir die Freiheit genommen, sie mal genauer zu betrachten, da ich sie vorher nicht anstarren wollte. Um ehrlich zu sein fällt mir bei manchen der Spruch: "Nicht Fisch und nicht Fleisch" ein, da sie wirklich nicht genau einzuschätzen sind. Irgendwie sieht man, dass sie einen männlichen Körper haben, eine Jungsfrisur tragen und auch die

Schuluniform für Jungs, aber andererseits sieht man auch, dass sie einen BH und Makeup tragen, teilweise sehr weibliche Gesichtszüge und manche auch Stimmen haben. Einen Ladyboy heute, habe ich sogar nicht erkannt, erst als ich ihn/sie in der Gruppe mit den anderen LBs gesehen habe.

Was mir persöhnlich so gut an Thailand gefällt, ist die Toleranz gegenüber der sexuellen Orientierung der Menschen. Hier ist es nicht unüblich, dass Junge und Junge Händchen halten und das Beste daran ist: Es interessiert auch Niemanden. Es ist alles eine Sache der Gesellschaft und Akzeptanz. Obwohl ich echt für gleichgeschlechtliche Orientierung bin (also für die Rechte und Akzeptanz in der Gesellschaft), ist es für mich in Deutschland immer noch seltsam Mann und Mann oder Frau und Frau öffentlich zu sehen. Nicht weil es mich anekelt, sondern weil es so selten passiert, dass es jedesmal ganz einfach ungewöhnlich für mich ist. Hier jedoch hinterfragt das keiner und deswegen fängt man selbst auch an, einfach nicht zu beachten.

Jedoch gibt es noch einen Haken in Sachen Beziehung: Mehr als Händchenhalten in der Öffentlichkeit ist nicht drin und offziell gilt auch "Kein sexueller Körperkontakt vor der Ehe". Das sieht man sehr deutlich auch in den ganzen Fernsehserien: Obwohl es ein Happyend hat- kein Kuss.
Sicherlich gibt es auch Paare, die auch vorher mehr als Händchen halten oder gar nicht erst heiraten, aber das passiert im Geheimen. In dieser Sache ist die thailändische Bevölkerung sehr konservativ.

Thailand hat so viele Gegensätze und so nah beieinander, dass es sich eigentlich schon wiederspricht. Noch ein Beispiel dafür: Als Schüler und auch als Student traegt man eine Schuluniform um wie ein Schüler auszusehen. Auch im Alltag wird höfliche Kleidung bevorzugt (es kommt natürlich immer auf das Elternhaus an; in meinem Falle nicht zu kurz und bedeckt), wenn jedoch die Schüler knappe Outfits und anstößige Tänze vorführen,stört es anscheinend Niemanden.
Einfach nur: Amazing Thailand!

Montag, 9. September 2013

Gemütsupdate vom 10. September

In ca. 2 Wochen bin ich schon 3 Monate hier und seit meinem letzen Gemütsupdate hat sich einiges für mich geändert. Hauptsächlich: Heimweh.
Gestern erhielt ich den monatlichen Report von YFU Thailand, den ich ausfüllen muss (wie komme ich mit der Schule, der Familie, dem Essen, kurz der Kultur aus) und einen beiliegenden Brief. In dem wurde geschrieben, dass nun nach den 2 Monaten eine neue Phase möglicherweise eintreten wird oder schon eingetreten ist. Die Phase in der man denkt nun alles schon zu kennen und es uninteressant zu finden hier zu sein, da man sich in den Alltag eingelebt hat. Dies kann dann zu Heimweh führen.
Nach dem ich den Brief gelesen habe, habe ich erst richtig realisieren können wie ich mich fühle. Ehrlich gesagt genau so. In letzter Zeit nervt mich manches hier und es passiert gerade nichts spannendes. Seit ein paar Wochen muss ich immer daran denken, wie schön es sein wird, nach den 10 Monaten wieder das erste mal wieder durch Weimar zu laufen und bekannte alte Gesichter zu treffen und generell das Wiedersehen mit meiner Familie und meinen Freunden.
Ich dachte erst irgendwie, dass es schon ein bisschen unnormal ist, dass ich während der 1. zeit kein Heimweh hatte, aber der Brief hat mich beruhigt. Es ist normal, da in der 1. zeit alles so neu ist und man sich sehr anstrengt alles Richtig zu machen und sich ins Neue einzufinden. Nun nach dem ich mich soweit angepasst habe, merke ich welche Sachen ich an meiner Heimat vermisse. Ich vermisse es am Wochenende in den Park zu gehen oder generell einfach in die Natur spazieren zu gehen. Ich vermisse es zu Fuß überall hinzukommen und nicht auf Erwachsene oder eine Mitfahrgelegenheit angewiesen sein zu müssen. Ich vermisse die Jahreszeiten jetzt schon und ich vermisse  sogar den Unterricht,
in dem ich was verstehe oder etwas nützliches lerne.
Aber ich denke sobald ich auch diese Phase überstanden habe, ist das schlimmste überstanden und ich werde meine Zeit hier ganz einfach genießen.

Bis dahin, 
Eure Valeria/ Ma-Miew