หันหน้าไปยังดวงอาทิตย์และเงาจะตกหลังคุณ-

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich

Samstag, 30. August 2014

Neues Kapitel

Endlich sind auch die 6 Ferienwochen geschafft und damit ist mein 4-Monatiger Sommerschlaf offiziell beendet. Nicht ganz unfreiwillig natürlich, da ich wirklich Angst vor der Oberstufe habe. Ich habe natürlich 2 Wochen schon in der Schule verbracht und das deutsche Schulsystem ist mir auch nicht unbekannt, jedoch war es ähnlich wie in Thailand: Wenn von keinem erwartet wird, dass man sich anstrengt, tut man es auch nicht und sitzt somit eigentlich in einer sehr entspannten Gammel-Laune und lächelt müde, wenn die Schüler sich Stress wegen den letzten Noten machen. Und ab Montag geht es los, dann bin ich wieder ein Teil der Masse, nichts besonderes und keiner wird Mitleid haben wenn ich es nicht packe. Mensch, fast 1 1/2 Jahre, in denen ich keine Schulische Leistung erbringen musste, da ist ein wenig Panik berechtigt.
Auf Grund dessen denke ich manchmal, dass mir mein Auslandsjahr vieles sehr viel komplizierter gemacht hat im Bezug auf meine Rückkehr. Ich habe manchmal immer noch das Gefühl, nicht zu wissen wohin ich mich zugehörig fühle und nach wie vor keinen Rhythmus gefunden zu haben.
Ich wünsche mir, dass ich mit dem Beginn der Schule endlich einen geregelten Ablauf für mich finden kann, der mir dabei hilft, endlich komplett mit der Zeit dort abschließen zu können und die unmotivierten Phasen, in denen ich am liebsten nie aus meinem Bett gekommen wäre, hinter mir zu lassen.
Ich weiß nicht, ob sich jetzt nach meiner Zeit dort überhaupt noch etwas hier durchließt, aber ich denke das wird der letzte Post in diesem Blog sein, der sich mit dem Thema befasst. In gewisser Weise denke ich, dass der Montag für mich eine Art Neustart ist und somit das Kapitel "Auslandsjahr" für mich abgeschlossen wird.

Auch wünsche ich allen die jetzt in den kommenden Wochen einen neuen Lebensabschnitt beginnen (sei es Ausland, Studium oder Ausbildung), alles Gute und viel Kraft für neue, unbekannte oder schwierige Situationen.
Vielen Dank an alle, die immer wieder hier reingeschaut haben und mich unterstützt haben/unterstützen.

Dienstag, 24. Juni 2014

Zeit aktiv zu werden!

Nun sind es schon mehr als 2 Monate seit meiner Rückkehr. Seit dem hat sich nicht viel Neues ereignet. Ich bin ungefähr 2 Wochen in die 10. an meiner alten Schule gegangen und die Fragereien haben nachgelassen. Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass ich wieder da bin und ich bin wieder ein Teil der Normalität.
An der Tatsache, dass ich relativ viel Zeit habe hat sich bisher noch nicht viel geändert und auch merke ich, dass es immernoch schwierig ist, mich richtig einzugliedern, jedenfalls unter der Woche. Ich habe einen anderen Tagesrhythmus und so ist es schwierig ein Teil vom Leben der anderen zu werden, denke ich. Wenn ich das sage, habe ich nicht die Absicht verzweifelt zu klingen, jedoch fällt es mir schwierig zu behaupten, ich würde mich nicht manchmal einsam fühlen. Die meiste Zeit habe ich wenig Ahnung von dem, was die Leute machen, mit denen ich früher viel Zeit verbracht habe, aber ich nehme an: Nachwievor Schulstress.
Es war auch naiv von mir zu denken, dass nach fast einem Jahr, Freundschaften so erhalten bleiben, als wäre man nicht weg gewesen.
Vor meiner Rückreise hatte ich die Absicht gehabt, meine fast 3 Monate vor Schulbeginn zu nutzen um etwas Arbeitserfahrung sammeln zu können und deswegen war ich umso frustrierter, als nichts draus wurde und ich gezwungermaßen wieder in die 10. gegangen bin. Jetzt mache ich seit 2 Wochen Praktikum bei Radio LOTTE und fange am Mittwoch an danach, Nachmittags bis Abends zu arbeiten. So hoffe ich einfach, dass ich mich damit ablenken kann und nicht auf der ständigen Suche nach Beschäftigung bin.
Was in den Sommerferien sein wird, kann ich nicht sagen, da ich so gut wie die volle Zeit da bin, während viele ihre Reisen schon geplant haben.
Aber genug gejammert, denn aus meinem jetzigen Tief, kann sich durchaus auch Positives ergeben. Ich habe Lust aus meinem jetzigen passivem Leben etwas zu machen. Ich denke die Zeit vergeht viel zu schnell und ich möchte die restliche Zeit nutzen, mehr aus mir rauszugehen und auch Neues zu probieren. Ich möchte wieder aktiver werden und alte Interessen weiter verfolgen, aber auch neue Entwickeln, bevor ich nach den Sommerferien in die Oberstufe einsteige und mich darauf konzentriere. Ich habe mich 10 Monate in Thailand teilweise selbst eingeschränkt und sehr wenig meine eigenen Wünsche und Ziele verfolgt und seit dem hat sich an dem nicht viel geändert. Aber das wird es jetzt.

Dienstag, 20. Mai 2014

Und.. wie wars?

Nun bin ich seit Sonntag wieder einen Monat in meiner Heimat. Seit dem habe ich immer und immer wieder die selben Fragen gestellt bekommen. Dazu gehören "Und... wie wars?", "Wie ist es, seit du wieder da bist" und "Bist du froh, wieder da zu sein?".
Meine Antworten, nun ja, meist knapp oder zu oft wiederholt, da das Thema nun langsam echt durchgekaut für mich erscheint, jedenfalls bezogen auf diese Fragen. Auf die erste Antwort fällt mir meist spontan nur "Außergewöhnlich" ein. Auf die zweite Frage "Sehr schön" und auf die dritte meist "Ja. Jedenfalls habe ich Weimar echt zu schätzen gelernt".
Natürlich beantworte ich gerne die Frage von Interessierten und es ist wirklich schön zu sehen, wie viele Menschen wissen möchten, wie es mir ergangen ist/ ergeht, jedoch sind dieses Fragen auch relativ allgemein und schwierig zu beantworten, ohne gleich zu weit in dieses Land abzuschweifen. Auch auf die Frage "War es gut?", habe ich schon ein paar mal die gleichen Worte zum antworten benutzt: "Sagen wir mal so: Es war nicht das beste Jahr meines Lebens, jedoch bereue ich es nicht."
Trotz dieser ständigen Fragerei, ist mir aufgefallen, dass ich jeden Tag mindestens einmal den Satz mit "In Thailand..." anfange und Mitteilungsbedarf habe. Ich würde nicht behaupten können, dass ich mit Thailand nicht abgeschlossen habe, denn ich vermisse die Zeit als Austauschschülerin nicht wirklich, geschweige denn denke ich an irgendetwas, dass ich jetzt gerne etwas hätte, dass ich hier nicht habe, jedoch würde ich auch nicht behaupten können, mit meinem Auslandsjahr völlig abgeschlossen zu haben, denn konnte ich sehr viel daraus mitnehmen, wenn auch die meisten Erkenntnisse erst sehr viel später kommen. Außerdem wird es keine Person geben, die mich vollkommen verstehen kann, sich geschweige denn meine Situation dort vorstellen kann und ich mich deshalb auch nicht vollends ausreden kann. In dem Sinne denke ich nicht, dass ich jemals voll mit Thailand abschließen werden kann.
Auch werde ich oft gefragt, was ich denn jetzt mache. Eigentlich habe ich ja meine 10. Klasse damals beendet und benötige jetzt keine Noten mehr und da das Schuljahr noch bis zu den Sommerferien läuft, wäre ich eigentlich beurlaubt von der Schule bis September, also meiner neuen Klassenstufe in der 11. Klasse. Deswegen bekomme ich auch häufig Bemerkungen wie " Was, du gehst freiwillig zur Schule?" und "An deiner Stelle würde ich einfach nur nichts tun und chillen bis zum neuen Schuljahr." zu hören, da ich seit einer Woche wieder an meiner Schule die 10. Klasse besuche. Auch darauf gebe ich meist die gleiche Antwort, dass ich keinen Sinn darin sehe alleine zu Hause zu sitzen, wenn Vormittags keiner Zeit hat und selbst Nachmittags alle mit Lernstress konfrontiert seien. Natürlich ist es für mich nicht das Spannendste den Stoff der 10. Klasse wieder durchzukauen, vor allem in Fächern, die ich abgewählt habe, jedoch ist es für mich besser als einsam meine Zeit zu Hause oder in der Stadt zu verbringen.

Allgemein kann ich sagen, dass ich in den 2 Ferienwochen, nach meiner Ankunft, so glücklich war, wie schon lange nicht mehr und auch jetzt die Zeit natürlich neue Verantwortungen und Konfrontationen mit sich bringt, ich die Zeit jedoch genieße und mich so gelassen fühle. Was mir jedoch auch auffällt, dass kaum noch Leute Zeit haben, da sie eben im Gegensatz zu mir eine gewisse Schulische Leistung erbringen wollen, doch auch das wird sich sicherlich mit der Zeit ändern.
Ich freue mich wieder da zu sein und euch alle hin und wieder zu sehen.

Bis dahin,
Valeria

Mittwoch, 16. April 2014

Nicht einfach nur nach Hause kommen

Nun beginnt für mich morgen der letzte Tag... Jedenfalls in Loei, denn morgen Abend nehmen meine Gastfamilie und ich den Nachtbus nach Bangkok. Eigentlich würden sich alle anderen Austauschschüler von meiner Gruppe schon am 17. zusammenfinden, jedoch ist es relativ schwierig nach dem Festival einen Bus nach Bangkok zu buchen, da alle wieder zurück an ihre Arbeits-und Studienplätze müssen, sodass ich erst am 18. ankomme und dann direkt am Flughafen auf alle anderen warten werde.Die letzten Wochen habe ich doch noch relativ viel erleben können. Das YFU Camp, in dem ich auf Elefanten geritten bin und gelernt habe, wie man ihnen Kommandos gibt und danach Chiang Mai bewundern und Sonne in Krabi tanken konnten. Auch danach ein abschließender Familienurlaub, in dem wir noch mal 2 Tage am Meer verbracht haben (ein mal in Rayong und einmal auf der Trauminsel Koh Samet), J-Park (sowas wie Japantown) in Chonburi und anschließend eine Nachbildung einer italienischen Kleinstadt namens Palio besuchten und zu guter Letzt eine Nacht im Nationalpark Khao Yai campten. Am 13.-15. fand das Highlight aller Festivals hier, das Songkran-Festival statt, welches nach alter Tradition das thailändische neue Jahr symbolisiert, jedoch mehr dem Spaß dient und modernisiert wurde. Das ganze kann man sich als große Wasser-Straßenschlacht vorstellen, denn es wird eigentlich nichts anderes gemacht, als mit Pick-Ups am Straßenrand zu stehen oder rum zu fahren und sich gegenseitig mit kaltem Wasser zu bespritzen.
Und nun sitze ich hier. Tasche so gut wie gepackt, doch meine Verständnis noch irgendwo im Nirgendwo.

"Die Zeit bis zur Abreise rückt immer näher und doch ist es für mich noch so weit weg, irgendwie nicht greifbar. ...weiß ich wirklich nicht, was mich 
erwartet." 
So hieß es in einem Post, den ich vor meiner Abreise verfasst habe und genauso kann ich es auch auf das Heute beziehen. Ich weiß im Gegensatz zu damals, wie mein Ziel aussieht und wer die Menschen sind, jedoch kann ich die Situationen, die auf mich zukommen nicht einschätzen und bin der Hinsicht fast genauso hilflos, wie in dieser Zeit vor 10 Monaten.

"Wie fühlt man sich, vor so einer großen Reise?
- Seltsam. Unschlüssig. Einerseits habe ich bis heute nicht realisiert, dass es in einer Woche schon losgeht. Dass ich meinen Alltag hier vergessen kann. Andererseits bin ich trotzdem schon aufgeregt und habe vor so vielen neuen, unbekannten Situationen Angst."


Auch gerade fühle ich nicht viel. Ich habe sehr viele Gedanken, die mir im Kopf umherschwirren, jedoch keine Aufregung, die sich in meinem Bauch breit macht oder jegliche Realisation von "Du bist bald dort". Was die Gedanken betrifft, so grübel ich schon Woche um Woche. Grübeln verheißt nichts Gutes, jedenfalls nicht bei mir, da es vieles negativer und komplizierter wirken lässt, als es am Ende wahrscheinlich wirklich ist.

"...Und zu guter Letzt habe ich wahnsinnige Angst vor dem Abschied und dem wieder "Hier sein". Mich interessiert unheimlich, wie weit ich mich verändere und welche Grenzen ich überschreiten und an welchen ich scheitern werde. Mich interessiert, wie sich die Leute und die Umgebung hier verändern werden und wie danach meine Aufnahme der Dinge ist."

Genau genommen, könnte man sagen, meine Große Reise endet hier mit dem Flug nach Deutschland. Ich würde jedoch behaupten, damit fängt eine große neue Reise für mich an und diese nennt sich mein Leben.
Man sagt, dass die Zeit nach der Heimkehr, noch mal wie ein kleines Auslandsjahr ist. Sicherlich greift man irgendwo wieder alte Gewohnheiten auf und manche Dinge werden mir so leicht fallen, als hätte ich nie darauf verzichten müssen, andere Dinge jedoch, muss ich wieder erlernen. Dazu gehören zum Beispiel, mit meiner wiedergewonnen Freiheit und Selbständigkeit, aber auch Verantwortung umzugehen.
Auch kommt hier für mich wieder das Wort "Angst" ins Spiel, wobei Angst eher eine Vereinigung von Furcht, Zweifel und Ungewissheit ist.
Auch denke ich, ich spreche anderen Austauschschülern aus der Seele, wenn ich sage, man hat Unsicherheit vor der Veränderung selbst. Man fühlt sich unsicher, weil man fürchtet, dass sich erst an dem Verhalten der anderen in der Heimat die eigene Veränderung/Entwicklung reflektiert. Daraus folglich befürchtet man auch irgendwo ausgeschlossen zu sein. Auch alleine mit seinen Erfahrungen da zu stehen und niemanden zu haben, der einen versteht. Versteht, was man erlebt hat und wie man sich fühlt.

Vielleicht seht ihr, dass es nicht einfach "nur nach Hause kommen" ist, jedenfalls nicht für mich. Ich habe genauso viele Befürchtungen wie vor der Abreise vor 10 Monaten und ich denke es wird sich ebenso als nicht einfach erweisen, da ich sicherlich nicht einfach da wieder anfangen kann, wo ich vor dem Auslandsjahr aufgehört habe.
Trotzdem warte ich schon seit sehr langer Zeit darauf und es wird sicherlich leichter fallen,Abschied zu nehmen und auch mit meinen Ängsten umzugehen, eben aufgrund meiner bereits gesammelten Erfahrungen.☺

Freitag, 11. April 2014

Mein Leben als Rosenapfel


Vor und während meines Austauschjahres hatte ich sehr viele Erwartungen, die, wie ich später feststellen musste, unrealistisch waren. Von der Zeit, die ich hier verbringen würde, besonders im Zusammenhang mit der mir damals fremden Kultur und dem Zusammenleben mit meiner Gastfamilie und auch generell vom Königreich Thailand. Eine davon war, dass ich am Ende meiner Zeit hier wie eine Thai-Person wäre: Zu denken wie eine Thai, sich anzukleiden wie eine Thai, zu essen wie eine Thai und generell alles zu tun, was eine Thai tun würde. Angetrieben durch dieses Ziel, war ich entschlossen eine "perfekte Austauschschülerin zu sein. Vor allem als mir mein Thai-Name gegeben wurde: Mamiew, was so viel bedeutet wie Rosenapfel (eine Art von Frucht).
Man kann sich meine Frustration vorstellen, als ich dann schließlich nach einem halben Jahr der Interaktion mit den Menschen um mich herum, feststellen musste, dass eine Austauschschülerin in diesem Part der Erde, niemals einfach für mich werden würde. Es gab Zeiten, in denen ich schlicht zu sehr versuchte mich in die Gesellschaft einzupassen. Wie Thai-Personen versuchte ich meine wahren Gefühle für etwas oder jemanden zu verbergen. Ich versuchte immer meine Ruhe zu bewahren und zu lächeln. Auch mein Äußeres passte ich dem der typischen Thai-Mädchen an, weil ich sonst als Tomboy oder ähnliches abgestempelt würde. Aber mal abgesehen von meinen Anstrengungen mich Thai zu verhalten, wurde ich doch immer als "Farrang" behandelt. Selten wurde ich nicht angestarrt oder hörte das Wort "Farrang", wenn ich irgendwo die Straße lang lief, was mich wie ein Fisch im Aquarium fühlen ließ. Es ließ mich einfach immer mit dem Gedanken zurück, ich sei anders und auch fühlte ich mich einfach nicht mehr wohl in meiner eigenen Haut. Ich habe einen Thai-Namen und versuchte mich ihm anzupassen, doch ich denke nicht, dass es reicht um Mamiew das Thai-Mädchen zu werden.
Wahrscheinlich begab es sich auch aus diesem Grund, dass ich heranwuchs und realisierte was meine eigenen Prioritäten und persönliche Eigenschaften sind, zu denen ich nicht bereit bin, diese aufzugeben.
In dieser Zeit dachte ich daran, wieder zu meinem alten Ich zurück zugehen-Valeria, doch unglücklicherweise konnte/kann ich dies genauso wenig tun, da ich weiß, dass ich mich auf die ein oder andere Weise doch schon verändert habe. Und so stehe ich hier, zwischen dem Rosenapfel, der ich nicht sein möchte und einer Valeria, die meine Freunde noch in Erinnerung haben. Nun hänge ich zwischen diesen zwei Persönlichkeiten.
Natürlich muss dies nicht unbedingt als Schlechtes angesehen werden. In manchen Dingen konnte ich durch Mamiew Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten und mir die Augen öffnen, was mir in einer anderen Ecke der Welt wahrscheinlich so nicht widerfahren wäre. Aber auch Dinge, Dinge die nicht so gut waren, die dazugehören. Dennoch habe ich durch die Auseinandersetzung mit, was wir im Westen "Entwicklungsland" nennen, ein umfassenderes Verständnis und Würdigung von kultureller Vielfalt erhalten.
Meine Einsicht hier überzeugte mich davon, dass ich nach Thailand zurückkehren würde, jedoch unter anderen Umständen und nicht für die Selbe Situation, in der ich mich zur Zeit befinde. Ich würde zurückkehren um meine Gastfamilie zu besuchen, weil ich sie gewiss vermissen werde und Königreich Thailand als Ganzes. Ein anderer Grund wäre auch das Essen, welches mich hier meinen ganzen Aufenthalt über erfreute. Ich weiß, dass egal wohin ich gehen werde, ich niemals die selbe Erfahrung, die ich hier hatte, nochmals haben könnte, wie zum Beispiel in eine Thai-Schule zu gehen, an Orte zu reisen und mit den Menschen um mich herum zu agieren, so wie ich es hier tat. Ich werde das nie vergessen und ohne die Zeit, die ich hier verbracht habe, würde ich auch nicht so denken können. Außerdem hätte ich Thailand nie in seinen tief verankerten traditionellen und kulturellen Zügen kennen lernen können oder gelernt, wie ich ordnungsgemäß mit den Menschen zu kommunizieren habe, wie ich mich in einer Thai-Familie verhalten sollte oder mich Lehrern gegenüber respektvoll zeigen sollte. Auch hätte ich das System und die Gesellschaft nicht so genau wahrnehmen können oder all diese traditionellen feste und Familien-Feiern erleben können, denn all diese Dinge kann man nicht nur in einem Urlaub erfahren.
Auch wenn ich diese einzigartigen Einblicke gemacht habe, bin ich trotzdem sehr froh darüber endlich nach Hause zu kehren und dort Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten zu können.
Zurück in Deutschland würden Leuten eventuell fragen "Welchen Sinn siehst du darin, ein Auslandsjahr in Thailand verbracht zu haben?" und ich könnte nicht wahrheitsgemäß antworten, dass es dem Reisen, Essen oder dem Lernen einer neuen Sprache gewidmet sei (zumindest nicht hauptsächlich). Für mich persönlich liegt er in meiner persönlichen Entwicklung und darin zu realisieren/bekommen wer ich bin.
Ich hatte schwierige Zeiten hier, vielleicht die schwierigsten, die ich je hatte aber ich bin noch hier und stolz auf mich selbst, dass ich trotz dem Verlangen nach Hause zu kehren widerstanden habe, hier geblieben bin.
Nach Zeiten von Heimweh, Entfremdung/Unzugehörigkeit oder einfach seltsamen und verwirrenden Situationen werde ich als stärkere, selbstsicherere und wahrnehmende Person zurückkehren, die endlich ein Leben mit einer gerichteteren Bewegung verfolgt.





Montag, 3. März 2014

Das Veluwan-Bootcamp: Wer, wie, wo, wann?

Gut, eigentlich lautet der korrekte Name "Veluwan Meditation Centre Konkhaen", doch für mich war es einem Bootcamp gleich.
Da meine Organisation mir nicht erlaubt hatte, hier einen deutschen Mönch für ein paar Tage im Tempel zu besuchen, fragte ich meine Lehrerin, ob ich sie zu dem Meditations-Center begleiten dürfe.
Uff, ehrlich gesagt, schwirren so viele Gedanken umher, dass ich nur einen groben Teil davon hier festgehalten werden kann, doch sollte ich versuchen es jetzt zu schreiben, bevor meine Eindrücke verblassen.
Am Freitag ging es ziemlich früh Richtung Konkhaen ("Kongänn" ausgesprochen), damit meine ich meine Area Rep./Lehrerin, ihre Familie (Ehemann, Schwester und Sohn) und mich. In der Nähe der Stadt, liegt ein Tempel, der gleichzeitig auch die Funktion eines Meditations-Centers auf dem Gelände beherbergt.




Das gesamte Programm ist komplett kostenfrei, dafür bekommt man einen Gemeinschaftsraum, in dem man schläft, sanitäre Anlagen, Kleidung und Speisen.
Der Tagesablauf ist sehr streng geregelt:
Morgens:4.00  - 6.30   Uhr  erste Session (1 Stunde beten;durch Mönch angeleitetes meditieren)
                6.30  - 8.00   Uhr  Freizeit ( Frühstück; Lebensmittel-Spenden an Mönche überreichen)
                8.00  - 10.30 Uhr  zweite Session (wieder eine Stunde beten, diesmal selbständiges meditieren)
Mittags: 10.30- 13.00 Uhr  Freizeit (Mittagessen; Ruhezeit)
                13.00- 16.00 Uhr  dritte session
                16.00- 17.00 Uhr  Freizeit
Abends:  17.00- 18.00 Uhr  Gebetszeit
                19.00- 21.00 Uhr  vierte Session
                21.00- 4.00   Uhr  Nachtruhe

Insgesamt waren es 6-7 Stunden Meditation und etwa 4-5 Stunden Gebet am Tag und auch sonst alles sehr streng, da wir Frauen an einem heiligen Ort sind/waren. Die Meditation bestand aus 2 Teilen, einmal meditativem Laufen und zum anderen dem Meditieren im Sitzen (ich veröffentliche dazu einen 2. Post). Gekleidet waren wir ganz in weiß, alles gut verdeckt und höflich. Es gibt keine direkte Übersetzung für diese Art von Tätigkeit oder Berufung, aber in der thailändischen Sprache nennt man es "Batti-Battamm", also die Menschen (oder nur Frauen? Wobei auch Männer da waren), die sich Meditation und Religion zur Aufgabe machen (vielleicht auch nur für einen bestimmten Zeitabschnitt). Also kann ich mich für die 4 Tage als "Batti-Battamm" bezeichnen, was jedoch nicht mit weiblichen Mönchen verwechselt werden sollte. In dieser Rolle sollte alles sehr ruhig, still und zurückhaltend tun. Es gibt soweit ich weiß, für diese Lebensweise einige Regeln, die auch wir befolgen mussten:
  • Kein Körperkontakt mit männlichen Personen (wenn meine Lehrerin z.B. ihrem Sohn etwas überreichen wollte, legte sie dies auf den Boden, damit er es an sich nehmen konnte, ohne direkten Kontakt miteinander)
  • Es ist nicht gestattet auf Matratzen zu schlafen ( 3 Nächte auf einer dünnen Matte)
  • Keine Mahlzeiten am Abend (es wurden Frühstück und Mittagessen serviert, wobei ich mich auf eine Mahlzeit am Tag beschränkt habe. Erlaubt waren heiße Getränke, wie Kaffee, Kakao usw. zu jederzeit)
  • Keine Musik/Radio/Fernsehen o.ä. (ich habe mich aufs lesen beschränkt)
  • Keine Drogen/Rauschmittel
Es war manchmal wirklich nicht einfach, zu mal ich denke, dass ich ständig von meiner Lehrerin und ihrer Schwester beurteilt und angemeckert wurde für jeden Mist, aber da ich eben jünger und vor allem ihrer Schülerin bin, konnte ich da auch nichts erwidern. Da wäre zum Beispiel die Situation, in der wir zum Lebensmittel-Laden liefen und sie mich darauf hinwiesen, nicht mit meinen Armen zu schlenkern, sondern sie dicht am Körper zu halten. Auch am nächsten Tag die selbe Situation mit der gleichen Begründung "Because you are dressed in white" ( und wiedermal keine direkte Erklärung, bis ich dann selbst nachforsche), jedoch konnte ich alle normal laufen sehen und selbst meine Lehrerin mehrmals dabei beobachten, wie sie ganz über ihre Haltung vergaß. Eine andere Situation, in der ich aus versehen die Tür nicht in nano-Lautstärke geschlossen habe. Daraufhin folgte wiedermal eine in nette Worte gepackte,indirekte Aussage, was ich denn eigentlich drauf habe.
Gut, genug davon. Das war es eigentlich zu dem organisatorischem, in einem weiteren Post möchte ich mehr auf das Meditieren eingehen und meine Verbindung zu der Religion.
Ein gutes hatte es ja, so früh aufstehen zu müssen. ;)





Mittwoch, 26. Februar 2014

Erkenntnis anstelle von Souvenirs

Das schöne an meinen Reisen ist, dass ich wirklich etwas "mitnehmen" kann. Da ich eigentlich nicht wirklich aus Souvenirs stehe, ist es umso schöner eine kleine Weisheit oder Erkenntnis daraus mitnehmen zu können!
Diesmal ging es spontan mit dem Debattierclub meiner Gastschwester nach Pattaya.
Pattaya befindet sich im Süden Thailands und ist auch international bekannt als Touristen-Ziel. Ich habe meine Erwartungen an die 3 Tage sehr niedrig gehalten, da ich auch sonst immer durch meine eigenen Vorstellungen enttäuscht wurde. Selbst als wir im Hotel ankamen und schon unzählige "Farrang", also Touris gesehen haben, hielt ich meine Stimmung gedrückt. Da ich auch sonst immer in einem "goldenen Käfig" lebe, habe ich auch hier keine Erwartungen an Freiheit oder Selbständigkeit gemacht, doch anscheinend hat sich meine Geduld ausgezahlt, denn meine Advisorin verkündete uns, dass Caro und ich ein eigenes Hotelzimmer (was wir selbstverständlich selbst zahlten) in einem anderen Gebäude bekamen und aufgrund des Wettbewerbes, an dem wir nicht teilnahmen, Freizeit für den nächsten Tag hatten. Noch besser wurde es jedenfalls, als wir zufällig andere Austauschschüler aus dem Isaan antrafen, die aus dem selben Grund angereist waren. So wurden meine kühnsten Träume übertroffen und wir genossen die Zeit zusammen. Doch anstelle euch jetzt einen langweiligen 3-Tagesbericht zu schreiben, würde ich euch gerne meine alte-neue Erkenntnis mitteilen.
Nun wurden wir in einem Hotel platziert, das voll mit russischen (jedenfalls russischsprechenden Gästen) war. An sich kein Problem, da ich Russisch verstehe und spreche und auch sonst mit den Menschen teils vertraut bin. Was mich eher traf, war die plötzliche  Sicht auf das Verhalten eines typischen Hotel-Gastes. Nun, da ich schon (heute genau!) 8 Monate hier verbracht habe, kann ich behaupten mich etwas mit den No-Go's der Kultur hier auszukennen, oder generell kulturelle Aspekte der Lebensweise hier etwas näher betrachten zu können.
Als ich die Menschen, sehr knapp in Bikini (oder oben ohne), sich am Strand brutzeln sehen habe, dachte ich mir auch nur, dass das nun seltsam/ungewöhnlich auf mich wirkt. Auch als wir anschließend ins Hotelrestaurant, in der Nähe des Strandes, gegangen sind, sah ich überall knapp bekleidete und knallrote Menschen essen und dachte an die armen Thai-Kellner, die beschämt von so manchen Hintern wegsahen.
Auch sahen uns die anderen Gäste etwas verstutzt an, da wir trotz Hitze mit relativ langen Sachen über den Strand spazierten.
Kurz gesagt: ich merkte, das die Gäste keinen Plan von der Kultur hatten und ich mich deswegen (blöd ausgedrückt) wohler und angesehener bei den Thai-Menschen gefühlt habe. Doch dann traf mich die eigentliche Wahrheit: Ich war bei meinen unzähligen anderen Urlauben auch so!
Ich kann mich noch an unsere Türkeireisen erinnern, an denen wir faul am Strand lagen und den 5-Sterne-Service genosssen und es uns ganz einfach fett gut gehen ließen. Denkt ihr, es hat mich damals gekümmert, dass es ein muslimisches Land ist, mit muslimischen Männern und Religion, während ich in meinem knappen Bikini (oder ansonsten kurzen Sachen) vor ihnen herlief? Nee. Wir befanden uns in der Masse von anderen Deutschen (oder generell Urlaubern), die genauso wenig wie wir darüber nachgedacht haben. Auch ansonsten stand das übliche Touri-Programm an: Strand, Bazaar, Jeep-Touren und Tagesausflüge zu bekannten Touristen-Orten. Von Kultur? Ziemlich wenig.
Im Nachhinein kann ich nicht sagen, ich habe diese Reisen nicht genossen, jedoch etwas mitgenommen außer gefaketen Markenklamotten und Muscheln, habe ich nichts. Und dafür schäme ich mich.
Nun, da ich gesehen habe, wie viel interessanter es ist, sich mit der Kultur zu beschäftigen, kann ich mir faule Strandurlaube abschminken. Natürlich lassen sich "übliche" Touristenziele nicht vermeiden, jedoch habe ich meinen Reiz an Abenteuern entdeckt und auch daran vorher, sowohl als auch während, die Menschen und die Kultur zu erleben, oder es wenigstens zu versuchen.
Bis dahin,
Eure Valeria

Donnerstag, 20. Februar 2014

Letzter Schultag

So, nun war es heute schon so weit: mein letzter offizieller Schultag!
Wie ich mich dabei fühle? Etwas unklar. Doch dazu später.
Nun war es heute wieder mal so weit, eine Rede vor gut 3000 Schülern zu halten, doch diesmal auf Thai. Auch hatte ich ein paar Abschiedsgeschenke vorbereitet für meine Area Representorin (Die Lehrerin, die mit YFU in Kontakt steht und für mich verantwortlich ist) und meine Advisorin (Ansprechpartnerin in der Schule). Desweiteren auch etwas kleines für den Direktor.
Nun waren wir auch diesen Morgen wieder zu spät dran, sodass ich den genauen Ablauf der Ansprache nicht mitbekam. Vor uns waren noch 3 Chinesisch-Lehrer dran, die hier, genauso wie wir für 10 Monate in Thailand verbrachten und hier unterrichten.
Meine Rede war gar nicht so schlecht wie erwartet, wobei ich trotzdem die ganze Zeit nervös war und mich deswegen auch etwas dämlich bei der Geschenkübergabe angestellt habe. War alles jedoch halb so schlimm.
Gestern fühlte ich mich etwas durcheinander, hinsichtlich des letzten Schultages. Es klang für mich so endgültig und unwiderkehrbar, was mich persönlich etwas nervös macht. Es ist nicht die Tatsache, dass Schule vorbei ist, denn das stört mich weniger. Es was nicht meine spannendste Schulzeit gewesen, denn die meiste Zeit hing ich einfach nur irgendwo rum, langweilte mich in den Stunden und verbrachte die meiste Zeit mit warten. Andererseits habe ich durch die Schule auch so viele neue kulturelle Aspekte kennengelernt, die mir
dabei halfen, Thailand etwas besser zu verstehen. Jedenfalls war es für mich etwas heftig festzustellen, dass dieser bestimmte Zeitraum nun vorüber ist und es auch kein Zurück mehr gibt. Andererseits verdeutlichte es mir auch, wie schnell die Zeit schon aber auch endlich vorbei ging. Nun ist es bald geschafft und meine Zeit hier neigt sich dem Ende zu und ich kann es kaum erwarten euch wieder anzutreffen und mein Leben in Weimar wieder mit neuen Perspektiven und Erfahrungen anzugehen! Andererseits heißt das eben auch das Ende für mein Auslandsjahr und eine Erfahrung, die ich so nie wieder nachholen kann, jedenfalls nicht während meiner Schulzeit.
Ich bin zurzeit ein wenig auf der Kippe zwischen zwei Meinungen, eigentlich die ganze Zeit hier, aber vielleicht kann ich mich ein anderes mal deutlicher darüber äußern.
Bis dahin, viel Erfolg und schöne Restferien für euch!
Valeria


P.s.: Ich finde den Unterschied von der ersten Rede bis zur zweiten gewaltig! ;)

Montag, 10. Februar 2014

Phu Kradung


Nun habe ich doch endlich die nötige Motivation gefunden, zu schreiben bzw. zu berichten.
Meine Provinz Loei hat realtiv viele Nationalparks und Sehenswürdigkeiten. Eine regional bekannte ist "Phu Kradung", ein 1200 m hoher Berg mit Nationalpark. Diesen wollte ich schon seit langer Zeit mal besuchen, doch hat meine Organisation immer Bedenken gehabt, mich mit irgendwem dorthin zu lassen. So war ich überglücklich, als ich eigentlich schon dir Hoffnung augegeben hatte, dass die Cousine meine Gastschwestern aus Bangkok und 2 ihrer Freunde aus der Universität, dorthin gehen wollten und sich bereit erklärten, die andere Austauschschülerin und mich mitzunehmen.Geplant war es am Sonntag hochzusteigen, 2 Nächte zu übernachten und am Dienstag hinabzusteigen.
Trotz, dass es relativ früh war, fing es an, heiß zu werden. Ich kann euch sagen, der erste Teil (vom Headquarter bis Sam Haek), war der schwierigste, doch schon da merkte ich, mit der richtigen Motivation, fällt es einem gleich leichter. Allgemein war der Gesamte weg anstrengend und eine Herausforderung, nach jeder Pause zu sagen "Keep walking", doch endlich am Mountain Top angekommen, fühlte man sich unglaublich stark. Den nächsten Tag verbrachten wir, den Nationalpark zu erkunden und von Wasserfall zu Wasserfall zu wandern, der Clue dabei war aber, dass in dieser Saison kaum Wasser fließt und wir nur riesige Felsen vorfanden. Hatte für mich auch Charme dort zu stehen, wo eigentlich strömendes Wasser fließen würde. Auch hatte es einen gewissen Reiz überall Schilder zu sehen mit "Be aware of wild elephants! Do not enter this area after 3 pm" und sich vorzustellen, eventuell einer wilden Horde von Elefanten zu begegnen.
 Es gibt vieles, über das ich schreiben könnte, wäre aber ungefähr genauso interessant, wie ein Protokoll eines Klassenwandertages zu lesen; man war ja eben doch nicht mit Vorort.
Es gibt jedoch noch etwas über das ich schreiben könnte, welches mit dem Post "Between Valeria and Mamiew" zusammenhängt.
Inzwischen ist ein wenig Zeit vergangen seit dem.
Am 2. Tag  in dem Nationalpark, war ich etwas erschöpft und ruhte mich für eine Weile aus, als ich dann hungrig und wach aus dem Zelt stieg, meinte die andere Austauschschülerin zu mir, wie sie mitbekommen habe, wie sich die 3 anderen Mädchen über uns unterhielten. So Dinge wie "Mamiew gibt UNS Anweisungen, welchen Weg wir nehmen sollten" und "Sie meinte sie will abnehmen, isst hier aber mit ordentlich Appettit" und das sie generell keinen Bock hatten, mit 2 Farrang herzukommen. Nichts bemerkenswert fieses, jedoch nicht gerade nett-gemeinte Beurteilungen. Das hat mich in dem Moment einfach nur richtig runtergezogen, denn wisst ihr, mir ging es richtig gut. Ich ahnte nichts böses, als ich ihnen Hilfestellungen geben wollte, oder Carolina und ich einfach wie sonst auch immer rumgeblödelt haben oder dass ich ganz einfach versuche das Essen hier zu genießen und nicht ständig über mein Gewicht nachzudenken. Das zu hören hat mir ganz einfach die Lust am Essen genommen und weiterhin eine Klette am Bein, weil sie uns nur mitgenommen haben, auf bitten meiner Gastmutter.
Es hat mich einfach noch mal reflektieren lassen, dass ich hier immer und wegen allem beurteilt werde. Sei es, wie meine Schuluniform an mir sitzt oder wie viel und was ich esse. Ich habe versucht mehr ich zu sein, doch umso mehr merke ich auch, dass ich so auch nicht in die Gesellschaft passe. Das heißt nicht, dass man ausgestoßen wird und alles schlecht ist, nur eben auch nicht, dass man ganz einfach mal ihre Definition von "normal" und unauffällig nicht erfüllen kann. Es hat mich schon ziemlich verunsichert und ich habe einfach versucht, für den Rest der Reise wieder mehr Mamiew als Valeria zu sein, jedoch ist diese "gespaltene Persönlichkeit" auch nicht gerade die optimale Lösung. Ich denke Thai-Gesellschaft ist für mich nach wie vor ein Rätsel und komplizierter denn je.

(weitere Bilder von dem Ausflug stelle ich bald noch rein)


Samstag, 18. Januar 2014

Staub, blaue Flecken und Sakura

Am frühen Samstagmorgen wurde reichlich Essen und 6 müde Personen ins Auto gepackt um anschließend eine Fahrt, gefolgt von 2 anderen Autos, nach Dan Sai anzutreten. 
Das eigentliche Ziel war jedoch nicht Dan Sai, sondern der Zungenbrecher: 
"Phu Hin Rong Kla"- Nationalpark.
An einem vorgesehenen Parkplatz stellten wir unsere Autos ab und platzierten uns und die Picknick-Körbe in 2 Fahrzeuge. Ich sage Fahrzeuge, da es zwar ein Auto ist, jedoch da wo wir saßen nichts mehr mit Komfort oder Sicherheit zu tun hatte. Das war der hintere Teil eines Pickups mit Gitterstäben und Holzbrettern zum sitzen versehen. Da der Weg in und durch den Nationalpark sehr staubig ist, mussten wir diesen süßen Mundschutz aufsetzen und wenn möglich in Tücher einwickeln:

Der Weg war uneben und von hügelig bis kurvig war so gut wie alles vertreten, was die oben erwähnten blauen Flecken schlussfolgern und erklären lässt. Wir fuhren gute 40 Minuten und wurden bei den Kirschblüten-Bäumen abgesetzt. Im thailändischen hat man einfach die japanische Bezeichnung "Sakura" übernommen und da ich finde, dass es um längen ästhetischer klingt, tue ich das auch. Jedenfalls ist die Saison für die Sakura-Bäume fast vorüber, ändert jedoch nichts an der Schönheit der Landschaft und der Blüten. Hier dafür ein paar Bilder (besser hier als euch in Facebook damit zu spammen):

Auch wenn ich für meinen Teil schon da etwas müde von der holprigen Fahrt war, ging es noch tiefer in die Landschaft hinein. Irgendwo im Nirgendwo hielten wir dann doch um unter den Bäumen  zu picknicken. Als ich dann kurz mit Carolina in den Büschen verschwand um uns zu erleichtern, stellte ich fest, dass ich noch nie mit so einem majestätischen Ausblick vor mir pinkeln durfte
(haha das 2. Bild bitte nicht so ernst nehmen):

Der Rest ist eigentlich großartig interessant. Nach dem Picknick ging es noch zu einem anderen Aussichtspunkt (wobei wir unseren ja schon gefunden hatten ;p) und anschließend den ganzen Weg wieder zurück. Gegen 4 kamen wir dann schließlich staubig und vom Winde verweht wieder am Auto an um wieder einen kurvigen Weg Talabwärts anzutreten. Bevor wir jedoch endlich endgültig nach Hause fuhren, hielten wir noch in der Nähe von Phurua in dem Haus von Freunden um alle Mann zusammen zu Abend zu essen.
Im Auto auf dem nach Hauseweg dann überkam mich einfach nur Müdigkeit und so fiel ich auch zu Hause sofort ins Bett. Alles in allem war es ein sehr amüsanter Tag.
Es folgen noch ein paar Selfies:


Samstag, 4. Januar 2014

Tip, tap, tiptapping


Meine Hausaufgabe in "Thai" (als Fach)  zu nächster Woche ist, ein Lied in Thai zu lernen und zu singen. Mein erster Gedanke war "Ugh, ich kenne keine guten Lieder", da ich vorneweg sagen muss, das Thais auf Romantik und Kitsch (bei Serien sowohl als auch Musik) stehen und das nun so gar nicht mein Fall ist. Doch dann ist mir aufgefallen, dass ich mich nie so richtig mit der Musik hier beschäftigt habe und dass es hier genauso verschiedene Richtungen gibt, wie bei uns auch. Davon würde ich euch gerne ein paar Beispiele zeigen.

Thai (Isaan) Country-Music:
Dies ist, was meine Gastmutter sehr gerne (und oft) hört. Ich finde persönlich, dass die Musik zwar nicht das ist, was ich in meiner Freizeit hören würde, aber schlecht finde ich es auf jeden Fall nicht. Für mich sind die Gesänge unmöglich nachzuahmen, da sie so viele Höhen und Tiefen und zu dem ein kompliziertes Tempo haben. Für mich jedoch ist es irgendwie typisch Thai. :)

Kuschel-Rock und  Liebeslieder:
Klar, da stehen die thailändischen Lieder für mich ganz klar auf dem 1. Platz und sind für mich vergleichbar mit russischer Popmusik. Dafür gibt es unendlich viele, hier ein paar modernere Beispiele, die ich kenne. Oh, nicht zu vergessen, die Geschichten, die sie bei den Musikvideos erzählen!



Nicht zu ernstzunehmende Lieder:
Diese Beispiel Lieder höre ich immerwieder, ich weiß nicht genau, warum sie so populär sind, wahrscheinlich weil sie ganz witzig sind und die Leute dazu tanzen können (was meist eher scherzhaft gemacht wird). Bei manchen denke ich mir allerdings auch: Was zum...?
Hier dazu ein paar Beispiele:



(Hier kommt mein Liebling, da ich es fast niedlich finde, wie sie auf "hardcore/ghetto" machen. BuddhaBless erinnert mich etwas an LMFAO)



(hier ist auch noch mal so ein WTF-Lied)


Hier noch ein Paar random Lieder:
Das absolute Badass Video! Ehem


Dieses hier finde ich sogar ziemlich gut


Soooo, das war es erstmal, doch ich bleibe weiterhin auf Musikentdeckungstour, ich möchte euch ja schließlich ein bisschen Teen-Kult aus T-Highland mitbringen, wenn ich wieder in Deutschland bin.

P.s.:  Nur noch 3 Monate und 13 Tage bis zum Rückflug. Freu mich schon auf euch!