หันหน้าไปยังดวงอาทิตย์และเงาจะตกหลังคุณ-

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich

Mittwoch, 26. Februar 2014

Erkenntnis anstelle von Souvenirs

Das schöne an meinen Reisen ist, dass ich wirklich etwas "mitnehmen" kann. Da ich eigentlich nicht wirklich aus Souvenirs stehe, ist es umso schöner eine kleine Weisheit oder Erkenntnis daraus mitnehmen zu können!
Diesmal ging es spontan mit dem Debattierclub meiner Gastschwester nach Pattaya.
Pattaya befindet sich im Süden Thailands und ist auch international bekannt als Touristen-Ziel. Ich habe meine Erwartungen an die 3 Tage sehr niedrig gehalten, da ich auch sonst immer durch meine eigenen Vorstellungen enttäuscht wurde. Selbst als wir im Hotel ankamen und schon unzählige "Farrang", also Touris gesehen haben, hielt ich meine Stimmung gedrückt. Da ich auch sonst immer in einem "goldenen Käfig" lebe, habe ich auch hier keine Erwartungen an Freiheit oder Selbständigkeit gemacht, doch anscheinend hat sich meine Geduld ausgezahlt, denn meine Advisorin verkündete uns, dass Caro und ich ein eigenes Hotelzimmer (was wir selbstverständlich selbst zahlten) in einem anderen Gebäude bekamen und aufgrund des Wettbewerbes, an dem wir nicht teilnahmen, Freizeit für den nächsten Tag hatten. Noch besser wurde es jedenfalls, als wir zufällig andere Austauschschüler aus dem Isaan antrafen, die aus dem selben Grund angereist waren. So wurden meine kühnsten Träume übertroffen und wir genossen die Zeit zusammen. Doch anstelle euch jetzt einen langweiligen 3-Tagesbericht zu schreiben, würde ich euch gerne meine alte-neue Erkenntnis mitteilen.
Nun wurden wir in einem Hotel platziert, das voll mit russischen (jedenfalls russischsprechenden Gästen) war. An sich kein Problem, da ich Russisch verstehe und spreche und auch sonst mit den Menschen teils vertraut bin. Was mich eher traf, war die plötzliche  Sicht auf das Verhalten eines typischen Hotel-Gastes. Nun, da ich schon (heute genau!) 8 Monate hier verbracht habe, kann ich behaupten mich etwas mit den No-Go's der Kultur hier auszukennen, oder generell kulturelle Aspekte der Lebensweise hier etwas näher betrachten zu können.
Als ich die Menschen, sehr knapp in Bikini (oder oben ohne), sich am Strand brutzeln sehen habe, dachte ich mir auch nur, dass das nun seltsam/ungewöhnlich auf mich wirkt. Auch als wir anschließend ins Hotelrestaurant, in der Nähe des Strandes, gegangen sind, sah ich überall knapp bekleidete und knallrote Menschen essen und dachte an die armen Thai-Kellner, die beschämt von so manchen Hintern wegsahen.
Auch sahen uns die anderen Gäste etwas verstutzt an, da wir trotz Hitze mit relativ langen Sachen über den Strand spazierten.
Kurz gesagt: ich merkte, das die Gäste keinen Plan von der Kultur hatten und ich mich deswegen (blöd ausgedrückt) wohler und angesehener bei den Thai-Menschen gefühlt habe. Doch dann traf mich die eigentliche Wahrheit: Ich war bei meinen unzähligen anderen Urlauben auch so!
Ich kann mich noch an unsere Türkeireisen erinnern, an denen wir faul am Strand lagen und den 5-Sterne-Service genosssen und es uns ganz einfach fett gut gehen ließen. Denkt ihr, es hat mich damals gekümmert, dass es ein muslimisches Land ist, mit muslimischen Männern und Religion, während ich in meinem knappen Bikini (oder ansonsten kurzen Sachen) vor ihnen herlief? Nee. Wir befanden uns in der Masse von anderen Deutschen (oder generell Urlaubern), die genauso wenig wie wir darüber nachgedacht haben. Auch ansonsten stand das übliche Touri-Programm an: Strand, Bazaar, Jeep-Touren und Tagesausflüge zu bekannten Touristen-Orten. Von Kultur? Ziemlich wenig.
Im Nachhinein kann ich nicht sagen, ich habe diese Reisen nicht genossen, jedoch etwas mitgenommen außer gefaketen Markenklamotten und Muscheln, habe ich nichts. Und dafür schäme ich mich.
Nun, da ich gesehen habe, wie viel interessanter es ist, sich mit der Kultur zu beschäftigen, kann ich mir faule Strandurlaube abschminken. Natürlich lassen sich "übliche" Touristenziele nicht vermeiden, jedoch habe ich meinen Reiz an Abenteuern entdeckt und auch daran vorher, sowohl als auch während, die Menschen und die Kultur zu erleben, oder es wenigstens zu versuchen.
Bis dahin,
Eure Valeria

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen