หันหน้าไปยังดวงอาทิตย์และเงาจะตกหลังคุณ-

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich

Mittwoch, 16. April 2014

Nicht einfach nur nach Hause kommen

Nun beginnt für mich morgen der letzte Tag... Jedenfalls in Loei, denn morgen Abend nehmen meine Gastfamilie und ich den Nachtbus nach Bangkok. Eigentlich würden sich alle anderen Austauschschüler von meiner Gruppe schon am 17. zusammenfinden, jedoch ist es relativ schwierig nach dem Festival einen Bus nach Bangkok zu buchen, da alle wieder zurück an ihre Arbeits-und Studienplätze müssen, sodass ich erst am 18. ankomme und dann direkt am Flughafen auf alle anderen warten werde.Die letzten Wochen habe ich doch noch relativ viel erleben können. Das YFU Camp, in dem ich auf Elefanten geritten bin und gelernt habe, wie man ihnen Kommandos gibt und danach Chiang Mai bewundern und Sonne in Krabi tanken konnten. Auch danach ein abschließender Familienurlaub, in dem wir noch mal 2 Tage am Meer verbracht haben (ein mal in Rayong und einmal auf der Trauminsel Koh Samet), J-Park (sowas wie Japantown) in Chonburi und anschließend eine Nachbildung einer italienischen Kleinstadt namens Palio besuchten und zu guter Letzt eine Nacht im Nationalpark Khao Yai campten. Am 13.-15. fand das Highlight aller Festivals hier, das Songkran-Festival statt, welches nach alter Tradition das thailändische neue Jahr symbolisiert, jedoch mehr dem Spaß dient und modernisiert wurde. Das ganze kann man sich als große Wasser-Straßenschlacht vorstellen, denn es wird eigentlich nichts anderes gemacht, als mit Pick-Ups am Straßenrand zu stehen oder rum zu fahren und sich gegenseitig mit kaltem Wasser zu bespritzen.
Und nun sitze ich hier. Tasche so gut wie gepackt, doch meine Verständnis noch irgendwo im Nirgendwo.

"Die Zeit bis zur Abreise rückt immer näher und doch ist es für mich noch so weit weg, irgendwie nicht greifbar. ...weiß ich wirklich nicht, was mich 
erwartet." 
So hieß es in einem Post, den ich vor meiner Abreise verfasst habe und genauso kann ich es auch auf das Heute beziehen. Ich weiß im Gegensatz zu damals, wie mein Ziel aussieht und wer die Menschen sind, jedoch kann ich die Situationen, die auf mich zukommen nicht einschätzen und bin der Hinsicht fast genauso hilflos, wie in dieser Zeit vor 10 Monaten.

"Wie fühlt man sich, vor so einer großen Reise?
- Seltsam. Unschlüssig. Einerseits habe ich bis heute nicht realisiert, dass es in einer Woche schon losgeht. Dass ich meinen Alltag hier vergessen kann. Andererseits bin ich trotzdem schon aufgeregt und habe vor so vielen neuen, unbekannten Situationen Angst."


Auch gerade fühle ich nicht viel. Ich habe sehr viele Gedanken, die mir im Kopf umherschwirren, jedoch keine Aufregung, die sich in meinem Bauch breit macht oder jegliche Realisation von "Du bist bald dort". Was die Gedanken betrifft, so grübel ich schon Woche um Woche. Grübeln verheißt nichts Gutes, jedenfalls nicht bei mir, da es vieles negativer und komplizierter wirken lässt, als es am Ende wahrscheinlich wirklich ist.

"...Und zu guter Letzt habe ich wahnsinnige Angst vor dem Abschied und dem wieder "Hier sein". Mich interessiert unheimlich, wie weit ich mich verändere und welche Grenzen ich überschreiten und an welchen ich scheitern werde. Mich interessiert, wie sich die Leute und die Umgebung hier verändern werden und wie danach meine Aufnahme der Dinge ist."

Genau genommen, könnte man sagen, meine Große Reise endet hier mit dem Flug nach Deutschland. Ich würde jedoch behaupten, damit fängt eine große neue Reise für mich an und diese nennt sich mein Leben.
Man sagt, dass die Zeit nach der Heimkehr, noch mal wie ein kleines Auslandsjahr ist. Sicherlich greift man irgendwo wieder alte Gewohnheiten auf und manche Dinge werden mir so leicht fallen, als hätte ich nie darauf verzichten müssen, andere Dinge jedoch, muss ich wieder erlernen. Dazu gehören zum Beispiel, mit meiner wiedergewonnen Freiheit und Selbständigkeit, aber auch Verantwortung umzugehen.
Auch kommt hier für mich wieder das Wort "Angst" ins Spiel, wobei Angst eher eine Vereinigung von Furcht, Zweifel und Ungewissheit ist.
Auch denke ich, ich spreche anderen Austauschschülern aus der Seele, wenn ich sage, man hat Unsicherheit vor der Veränderung selbst. Man fühlt sich unsicher, weil man fürchtet, dass sich erst an dem Verhalten der anderen in der Heimat die eigene Veränderung/Entwicklung reflektiert. Daraus folglich befürchtet man auch irgendwo ausgeschlossen zu sein. Auch alleine mit seinen Erfahrungen da zu stehen und niemanden zu haben, der einen versteht. Versteht, was man erlebt hat und wie man sich fühlt.

Vielleicht seht ihr, dass es nicht einfach "nur nach Hause kommen" ist, jedenfalls nicht für mich. Ich habe genauso viele Befürchtungen wie vor der Abreise vor 10 Monaten und ich denke es wird sich ebenso als nicht einfach erweisen, da ich sicherlich nicht einfach da wieder anfangen kann, wo ich vor dem Auslandsjahr aufgehört habe.
Trotzdem warte ich schon seit sehr langer Zeit darauf und es wird sicherlich leichter fallen,Abschied zu nehmen und auch mit meinen Ängsten umzugehen, eben aufgrund meiner bereits gesammelten Erfahrungen.☺

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